Ziffernblätter für Liebhaber
Die Langener Stüler-Kirche zieren wieder vier nagelneue ölvergoldete Ziffernblätter. Die alten aus dem Jahre 1855 waren laut Maschinenbaumeister Horst Bittner total verrottet.
„Da war nichts mehr zu machen“, so Bittner. Aus diesem Grund mussten die riesigen Zahlkränze samt Spiegel, die insgesamt drei Jahre lang am Turm fehlten, aus vielen Teilen neu gefertigt werden. Dafür hatte sich die Werkstatt wieder alter Technologien annehmen müssen. „Wir hätten die Ziffernblätter auch einfach nur prägen können. Dann wären sie massiv gewesen. So haben wir aber alles aus Einzelteilen anfertigen müssen“, so Bittner, der diese Arbeit als „reine Liebhaberei“ bezeichnet. Diese Liebhaberei und vor allem die räumliche Wirkung der römischen Ziffern sowie der Zeiger hatte allerdings der Denkmalschutz so gefordert, sagt Pfarrerin Rose Möllhoff-Mylius.
Spannend war es am Donnerstag zu sehen, wie die jeweils knapp 30 Kilogramm schweren Ziffernblätter in etwa 25 Metern Höhe wieder montiert wurden. Die Mitarbeiter von Glocken-Bittner hatten Glück, dass die Sonne nicht brannte und stattdessen immer ein laues Lüftchen ging. „Dafür braucht man aber immer einen Arm, um sich festzuhalten“, so einer der Monteure.
Knapp 20 000 Euro hat die Erneuerung die Kirchengemeinde und den Förderverein Stüler-Kirche Langen gekostet. Damit sind die Arbeiten an dem imposanten Gebäude aber noch lange nicht abgeschlossen. Laut Rose Möllhoff-Mylius stehen noch Arbeiten an der Fassade auf dem Programm, und vor allem soll das Gotteshaus auch im Inneren farblich gestaltet werden.
Text: Markus Kluge, Ruppiner Anzeiger
Foto: Lutz Winkler, Langen





