75 Jahre Stadtbücherei Fehrbellin

Veranstaltung Stadt Fehrbellin

75 Jahre

Stadtbücherei Fehrbellin

Eine Chronik von 1951 bis heute

 

Sieben Jahrzehnte und fünf Jahre – das ist eine lange Zeit. Für eine Stadtbücherei, die einst mit knapp neunhundert Büchern in einem Rathausflur begann, ist es eine Geschichte voller Wandel, Engagement und Lesefreude. Die Stadtbücherei Fehrbellin ist nicht nur ein Ort der Medienausleihe: Sie ist ein Stück Stadtgeschichte, ein Treffpunkt für Generationen und ein lebendiges Kulturzentrum – bis heute.

Die Chronik

1951 — Gründung

Es beginnt bescheiden, aber mit großem Willen: Rudolf Vormerker eröffnet die Bücherstube im Obergeschoss des Rathauses. 857 Bücher stehen bereit – der Grundstein einer Büchereigeschichte ist gelegt.

15. Oktober 1954 — Neustart unter Hildegard Kikel

Frau Kikel tritt an und bringt Ordnung ins Bücherreich: Alle Bestände werden katalogisiert, Karteikarten eingeführt, eine systematische Aufstellung vorgenommen. Mit dem Umzug in die heutigen Räume des Standesamts erhält die Bücherei helle, freundliche Räume und einen deutlich gewachsenen Bestand.

1980 — Umzug ins Brauerei-Gebäude

Ein neuer Standort, eine neue Ära: Die Bücherei zieht in die Räume der alten Brauerei – damals eine moderne und großzügige Einrichtung. Frau Kikel verabschiedet sich 1981 in den wohlverdienten Ruhestand. Ihre Nachfolgerin Doris Krehl gibt der Bücherei frischen Schwung: Lesungen, Veranstaltungen und ein Schallplattenspieltag bereichern das Angebot. Die Bücherei übernimmt zudem die Rolle der Zentralbibliothek für die umliegenden Gemeinden.

1992 — Nach der Wende – ein Neuanfang

Die politischen Umbrüche nach 1989 machen auch vor der Stadtbibliothek Fehrbellin nicht halt. Magdalene Niese, langjährige Mitarbeiterin, entscheidet sich für den Weg in die Selbstständigkeit; Irmgard Zilius, ebenfalls seit den 1980er Jahren dem Haus verbunden, tritt in den wohlverdienten Ruhestand. Beide haben die Bibliothek über viele Jahre maßgeblich geprägt.

Dennoch findet die Einrichtung rasch neue Perspektiven: 1992 wird eine ABM-Stelle für Sabine Wolski eingerichtet, die sich bald als Glücksfall erweist – aus der zunächst befristeten Beschäftigung erwächst eine Festanstellung und schließlich eine 27-jährige Tätigkeit, die das Bibliotheksleben nachhaltig bereichert. Parallel dazu wird die Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten und Schulen systematisch ausgebaut und entwickelt sich zu einem tragenden Element der bibliothekarischen Arbeit.

1996 — Einzug und erstes Bibliotheksfest

Nach umfangreichen Umbauarbeiten bezieht die Bücherei ihr neues Domizil. Am 14. August 1996 wird das erste große Bibliotheksfest gefeiert – und damit eine Tradition begründet, die seitdem jedes Jahr lebendig gehalten wird. Als besonderer Höhepunkt bereichert eine Lesung mit Helmut Karasek das Fest und begeistert das Publikum.

2001 — Digitalisierung

Die Zettelkataloge haben ausgedient: Alle Medien und Benutzerdaten werden in eine moderne Bibliothekssoftware übertragen. Ein empfindlicher Rückschlag folgt kurz darauf – ein Einbruch, bei dem die gesamte Technik gestohlen wird. Doch die Bücherei lässt sich nicht entmutigen und macht unbeirrt weiter.

2006 — Gründung des Lesekreises

Etwa fünf Frauen treffen sich erstmals monatlich in der Bibliothek – der Lesekreis ist geboren. Aus den anfänglichen fünf werden vierzehn Mitglieder. Heute bilden sie eine unverzichtbare ehrenamtliche Stütze der Bücherei: als Vorlesepaten, bei Bastelnachmittagen und beim Bibliotheksfest.

2019–2022 — Neue Leitung und die Corona-Zeit

2019 geht Doris Krehl in den Ruhestand – nach Jahrzehnten des Engagements für die Bücherei Fehrbellins. Frau Wolski übernimmt die Leitung. Bürgermeister Perschall setzt in dieser Zeit die Einführung der Onleihe durch und eröffnet damit den Zugang zu digitalen Medien. Dann kommt Corona: Büchertaschen werden am Fenster getauscht, ein neuer Kinderbereich entsteht. Und es zeigt sich: In der Krise wird wieder mehr gelesen.

2024 — Stabübergabe an Martina Hinz

Frau Wolski tritt in den Ruhestand. Frau Hinz übernimmt die Leitung – sie führt gewachsene Traditionen fort und bringt viele neue Ideen ein. Die Bücherei bleibt, was sie immer war: lebendig, nah an den Menschen, voller Geschichten.

2025 / 2026 — 75 Jahre – heute

Die Bücherei feiert gleich drei Jubiläen auf einmal: 75 Jahre Stadtbücherei, 30 Jahre im heutigen Gebäude und 20 Jahre Lesekreis. Die Zahlen sprechen für sich: rund 350 aktive Nutzerinnen und Nutzer, 3.604 Besuche und 10.606 ausgeliehene Medien allein im vergangenen Jahr.

 

Zum Jubiläum

75 Jahre steht die Bücherei in Fehrbellin,

der kleinen Stadt am alten Rhin –

mit Büchern macht sie uns stets heiter,

und das noch hoffentlich 100 Jahre weiter.